Anzeigepflicht eines Reisemangels – vor Ort

Liegt bei der Pauschalreise ein Reisemangel vor, so ist dieser der Reiseleitung unverzüglich anzuzeigen. Gleichzeitig sollte der Reiseleitung eine Frist zur Behebung des Mangels gesetzt werden.

Ansprechpartner für die Reklamation ist dabei immer der Reiseveranstalter. Ist eine Reiseleitung nicht vorhanden, sollte der Reiseveranstalter in Deutschland kontaktiert werden. Reklamationen sind grundsätzlich nicht an die Hotelleitung oder an das Reisebüro, in dem man die Reise gebucht hat, zu richten.

Fertigen Sie ein Mängelprotokoll an und beschreiben Sie die Mängel darin möglichst sorgfältig (Zeitangaben etc.). Lassen Sie sich das Mängelprotokoll von der Reiseleitung unterzeichnen.

Die Annahme von Gutscheinen wird regelmäßig als Verzicht auf weitere Ansprüche ausgelegt. Insoweit sollte die Annahme von Gutscheinen genau überdacht werden.

Nach Ablauf der Frist zur Abhilfe steht dem Reisenden auch ein Recht auf Selbstabhilfe zu. Eine nicht vertragsgemäße Selbstabhilfe (z.B. Bezug einer Ersatzunterkunft) ist grundsätzlich nur bei erheblichen Beeinträchtigungen möglich. Die Gerichte setzen unterschiedliche Maßstäbe an den Begriff „erhebliche Beeinträchtigung“. Will man nicht riskieren, auf den Zusatzkosten sitzen zu bleiben, sollte man möglichst auf ein Ersatzquartier verzichten.